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Antilopen Kenias - Bovidea
Projektcode: 7.Kenia bovids.KEN.2022-4768
Kenia, zeitlich unbefristet
Förderpartner: Nachlass Michael Amend
Stand: April 2024
Der Nordosten Kenias gehört zu den größten, doch gleichzeitig am schlechtesten erforschten Biodiversitäts-Hotspots der Welt. Um dies zu ändern, fördern wir seit 2023 ein neues Projekt aus dem Nachlass von Michael Amend, welches sich gezielt auf die dortigen Antilopenarten fokussiert. In dessen Rahmen wurden bisher 15 verschiedene Antilopenarten wie Große und Kleine Kudus (Tragelaphus strepsiceros bzw. T. imberbis), Ostküsten-Buschbock (T. fasciatus früher T. scriptus), Beisa-Oryx (Oryx beisa oder je nach Taxonomie O. gallarum), verschiedene Arten der Gattung Madoqua und Kronenducker (Sylvicapra grimmia) nachgewiesen und dokumentiert. Viele dieser Arten werden bislang von der IUCN als nicht oder nur potentiell gefährdet eingestuft, doch aktuelle Daten fehlen zumeist. Entsprechend wichtig ist es, hier neue Erkenntnisse zu sammeln und Gefährdungslagen zu dokumentieren.
Zu den größten Bedrohungen für die in der Region lebenden Arten gehört der wachsende Ausbau der Landwirtschaft, der die Wildtierpopulationen fragmentiert, die Nahrungsressourcen reduziert und den Lebensraum der Antilopen verkleinert, so dass sieregional in direkten Konflikt mit Viehherden um Wasserstellen oder Nahrung geraten. Viele der ursprünglich in Kenia heimischen, weit verbreiteten Arten sind daher im Vergleich zu früheren Zählungen und historischen Daten deutlich rarer geworden. Andere, beispielsweise die im Verlauf der ersten Projektphase beobachteten Dikdik-Arten, konnten zum Teil erstmalig soweit nördlich nachgewiesen werden. Genauere Analysen der Untersuchungen, die bisher im Jahr 2023 gemacht wurden, stehen aber noch aus. Im Januar 2024 wird eine weitere Beobachtungsreihe vorgenommen. Ziel ist, die Surveys sukzessive Richtung Osten zu verlagern, beispielsweise in den nur wenig erforschten Malka Mari-Nationalpark. Hier hofft das Projektteam auf neue Entdeckungen von bisher noch nicht in Kenia gesichteten Arten, wie beispielsweise die Äthiopische Grünmeerkatzen (Chlorocebus aethiops) und Sömmerringgazellen (Nanger soemmerringi).