Zur Geschichte der ZGAP

Die ZOOLOGISCHE GESELLSCHAFT FÜR ARTEN- UND POPULATIONSSCHUTZ e.V. (ZGAP) wurde 1982 von einer kleinen Gruppe engagierter Naturschützer rund um Roland Wirth in München gegründet.

Damals hatten viele weder je etwas vom philippinischen Prinz-Alfred-Hirsch gehört, noch war er in einer "Roten Liste" bedrohter Arten geführt, als die ZGAP sich 1984 für diese Tierart zu interessieren begann - obwohl sie, wie Nachforschungen ergaben, am Rande der Ausrottung stand. Die Hirschart war einfach „in Vergessenheit geraten“.

Seither hat die ZGAP mit anderen Fachleuten intensiv an einem Rettungsprogramm für den Prinz-Alfred-Hirsch gearbeitet, das mit eigenen Finanzmitteln und  durch Unterstützung verschiedener Zoos in Europa, Australien und den USA gestemmt wird. In enger Zusammenarbeit mit der philippinischen Regierung entstand 1990 ein Erhaltungszuchtprojekt für diese Hirschart. Der derzeitige Zuchtbestand ist auf über 110 Tiere angewachsen.

Auf den Philippinen haben sich seit diesem Flaggschiffprojekt zahlreiche weitere Aktivitäten der ZGAP für seltene Tierarten entwickelt.

So halfen wir bei der Initiierung eines Projektes zur Erforschung der bedrohten, bis katzengroßen Borkenkletterer, die zu den größten und interessantesten Nagern der Welt zählen.

Die Erhaltungsmaßnahmen für Hirsche und Borkenkletterer sowie zusätzliche Aktivitäten für Flughunde, das Visayas-Mähnenschwein, den Rotsteißkakadu, Nashornvogelarten, Dolchstichtauben, den Philippinen-Uhu oder Segelechsen werden langfristig gefördert.

In Vietnam führte die ZGAP in enger Zusammenarbeit mit der Weltnaturschutzunion (IUCN) - als erste Naturschutzorganisation überhaupt - eine Suche nach bedrohten Primaten durch.

Projekte zunächst kleineren Umfangs zur Rettung des Tonkin-Goldaffen im Na Hang-Schutzgebiet und für den Goldkopf- oder Cat Ba-Langur wurden 1998 bzw. 2000 auch auf Grund unserer Initiative begonnen und werden in Zusammenarbeit mit weiteren Naturschutzpartnern ebenfalls langfristig durchgeführt.

In Kooperation mit dem Allwetterzoo Münster schuf die ZGAP im Jahr 2003 das "Internationale Zentrum für Schildkrötenschutz" - eine weltweit einmalige Station zur Erhaltungszucht kritisch bedrohter asiatischer Schildkrötenarten. Mit die seltensten Schildkrötenarten konnten hier zum Teil als Welterstzuchten und wiederholt zur Nachzucht gebracht werden.

Die Initiative der ZGAP, selbst in politisch oft instabilen Regionen am Horn von Afrika den Bestand bedrohter Huftiere zu erfassen und damit Basisdaten für künftige Schutzkonzepte zu schaffen, fand international hohe Anerkennung. Beobachtungen und Bestandszahlen endemischer Antilopenarten wie zum Dibatag in Südostäthiopien und zur Beira-Antilope in Dschibuti wurden in verschiedenen Surveys seit 1997 erfasst. Maßnahmen zum Schutz der letzten Somali- oder Swaynes-Kuhantilopen in einem nur sehr kleine Rückzugsgebiet in Zentral-Äthiopien wurden angeregt. Eine durch uns initiierte Studie zum unkontrollierten Wildtierhandel in Somalia erzeugte internationale Aufmerksamkeit für dieses massive Artenschutzproblem.