Russland:
Projekt zum Schutz des Amur-Leoparden
Mit seinem seidig glänzenden, slanghaarigen Fell und seinen eleganten
Bewegungen gilt der Amur-Leopard (Panthera pardus orientalis; Fotos:
WCS/ ISUNR) als eine der schönsten Großkatzen der Welt.
Sein Lebensraum in Ussuriland im fernen Osten Russlands ist der
nördlichste aller Leoparden-Unterarten. Kalte, schneereiche Winter folgen
auf heiße Sommer. Mit nur noch etwa 45 Tieren im Freiland ist der
Amur-Leopard einer der bedrohtesten Großsäuger überhaupt.
Während die Wirtschaftskrise in Russland zu verstärkter Wilderei
führt, können sich im benachbarten, ökonomisch aufstrebenden
China hingegen immer mehr Bewohner die Knochen der Leoparden leisten, die
zur Herstellung traditioneller chinesischer Medizin verwendet werden. Um
die größte Gefahr, die Wilderei, einzudämmen, wurde eine
Anti-Wilderer-Brigade aufgestellt, die auch von der ZGAP finanziell
unterstützt wird. Die Brigade ist befugt, mittels Polizeierlaubnis die
Häuser von Wilderern zu durchsuchen und illegale Gewehre und Tierprodukte
zu beschlagnahmen. Eine weitere Ursache der Wilderei von Amur-Leoparden ist
darin zu sehen, dass Farmer die von ihnen gehaltenen Sikahirsche vor
möglichen Angriffen schützen wollen. Um diesen
Bedrohungsfaktor zu beseitigen, werden Entschädigungen für
getötete Tiere an kooperierende Farmer gezahlt, die die Leoparden auf
ihrem Gelände dulden.
Im Februar 2002 schlossen sich diverse, langjährig zusammenarbeitende
Partner zur Amur Leopard and Tiger Alliance (ALTA) zusammen. Durch
gemeinsame Aktivitäten konnte unter anderem der Bau einer Pipeline
verhindert werden, die den Lebensraum des Amur-Leoparden stark
beeinträchtigt hätte. Auch die Öffentlichkeitsarbeit nimmt
unter den Aktivitäten der Organisation einen hohen Stellenwert ein.
Viele Bewohner von Wladiwostok wissen nicht einmal, dass in ihrer Umgebung
die letzten Amur-Leoparden leben. Mit Zeitungsartikeln, Fernsehdokumentationen,
Transparenten und Theaterstücken werden der Bevölkerung die
Schönheit und das Zukunftspotential ihrer Natur nähergebracht.
Ein Schulprogramm soll den Umweltschutz an den Schulen etablieren und so
die kommende Generation zu Fürsprechern der Natur machen.
Erste Hinweise deuten darauf hin, dass die Amur-Leoparden sich allmählich
auf der chinesischen Seite des Grenzgebiets ausbreiten: Im Dezember 2001
entdeckte Pfotenspuren lassen darauf hoffen, dass der Bestand des Amur-Leoparden
zunimmt. Die Ranger überwachen dabei stets die Sicherheit der Tiere
im ausgeschriebenen Reservat - so sind dort bereits 4000 von Wilderern ausgelegte
Fallen entfernt worden.
Weitere Informationen (auf Englisch)
finden Sie auf den Seiten der Amur Leopard and Tiger Alliance
(ALTA). |